Was das langsame Blinzeln wirklich sagt
Du hast es wahrscheinlich schon getan, ohne nachzudenken: den Blick Deiner Katze quer durch den Raum erwidert und die Lider langsam sinken lassen. Die Forschung hat inzwischen zugesehen, was dann passiert.
KI-generiertEs gibt einen Moment, den Katzenmenschen kennen und über den sie selten sprechen. Der Raum ist still, die Katze schaut Dich von der Sofalehne aus an, und ohne es zu beschließen, verengst Du die Augen und lässt sie für einen Atemzug zufallen. Sie antwortet. Die Lider senken sich, langsam, und öffnen sich wieder. Nichts wurde gesagt. Alles wurde gesagt.
Lange war das Folklore — etwas, das Menschen, die Katzen lieben, glaubten, und Menschen, die keine Katzen lieben, ein wenig albern fanden. 2020 hat ein Team der University of Sussex beschlossen, es zu prüfen.
Was die Forschung gesehen hat
Das Blinzeln ist ein echtes Signal, kein Zufall. Im ersten Experiment saßen Halter:innen in kurzer Entfernung von ihren Katzen und sollten sie langsam anblinzeln. Die Katzen blinzelten deutlich häufiger zurück, als wenn ihr Mensch einfach nur im Raum saß (Humphrey et al., 2020, Scientific Reports). Die Katzen antworteten.
Es funktioniert auch mit Fremden. Im zweiten Experiment blinzelte die Forscherin — ein Mensch, den die Katze nie zuvor gesehen hatte — die Katze langsam an. Die Katzen blinzelten nicht nur häufiger zurück; sie näherten sich danach auch eher einer ausgestreckten Hand, als wenn die Fremde ein neutrales Gesicht behielt. Ein verengtes Auge, zuerst angeboten, liest sich als Ich bin keine Gefahr für Dich — in einer Sprache, die älter ist als Ihr beide.
Es ist wahrscheinlich die sanfte Form von etwas sehr Altem. Die Forscher:innen vermuten, dass das halb geschlossene Auge das ist, was eine Katze tut, wenn sie entspannt ist — ein weiches Gesicht ohne harten Blick. Ein direktes, ununterbrochenes Starren ist das, was Jäger:innen und Rivalinnen tun. Die Augen weich werden zu lassen, ist das Gegenteil davon. Wenn Du es absichtlich tust, sprichst Du ihren Dialekt.
Wenn Du es selbst versuchst
Setz Dich ein Stück von Deiner Katze entfernt hin, möglichst auf ihrer Augenhöhe. Nicht vorbeugen. Triff ihren Blick, dann lass Deine Augen langsam zufallen — eine volle Sekunde runter, eine volle Sekunde rauf — und schau danach ein wenig zur Seite. Erwarte nicht jedes Mal eine Antwort; Katzen antworten, wenn sie es beschließen. Wenn sie kommt, wirst Du es wissen.
Was ihr gehört
Die Studie sagt uns, dass Katzen antworten und dass die Antwort Vertrauen trägt. Sie sagt uns nicht, wie sich das Blinzeln von innen anfühlt. Dieser Teil gehört ihr.
Die Forschung legt nahe; sie beweist nicht. Die Studie arbeitete mit 21 Katzen im ersten und 24 im zweiten Experiment — kleine Zahlen, konsistente Ergebnisse.
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Quellen
- Humphrey, T., Proops, L., Forman, J., Spooner, R. & McComb, K. (2020). The role of cat eye narrowing movements in cat–human communication. Scientific Reports, 10, 16503.
Allgemeine Information, keine tierärztliche Beratung. Die Katzenfotos auf dieser Seite sind mit KI erzeugt.