Im Einklang mit ihrem Wesen: Ideen für jede Katzenpersönlichkeit
Eine Kräuterprobe für die Entdeckerin, ein Fensterfahrplan für die Betrachterin, ein Sonntagsbrauch für die Hüterin der Rituale. Ideen, auf die man nicht von selbst kommt.
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Keine Katze gleicht der anderen. Die eine erobert jede offene Tür, kaum dass sie einen Spalt breit aufgeht. Die andere liest die Welt vom Fensterbrett aus und weiß am Ende genauso viel. Die Leitlinien der Fachgesellschaften für Katzenmedizin beschreiben, was jede Katze von einem Zuhause braucht: einen sicheren Rückzugsort, getrennte Plätze für Futter, Wasser und Ruhe, Spiel und Jagd, eine freundliche, vorhersehbare Begegnung mit Menschen und Rücksicht auf ihre feine Nase (Ellis et al., 2013). Wie diese Dinge bei ihr aussehen sollen, verrät Dir ihr Wesen. Wenn Du es noch genauer herausfinden möchtest: Unser Persönlichkeitsporträt beschreibt ausführlich, welche Facetten in Deiner Katze besonders hell leuchten. Einen ersten Blick darauf schenkt Dir unser kostenloser Persönlichkeitstest.
Kratzbaum, Karton und Futterbrett hat fast jede Katze längst. Deshalb findest Du hier die Ideen, auf die man nicht von selbst kommt, sortiert nach den fünf Facetten einer Katzenpersönlichkeit. Die meisten kosten nichts als ein wenig Aufmerksamkeit. Wo ein Ding eine Idee schöner macht, verlinken wir es direkt beim Produkt. Preise nennen wir bewusst nicht, denn sie ändern sich ständig.
Neugier: eine Welt, die jeden Tag ein Geheimnis bereithält
Für die Entdeckerin: Die Kräuterprobe. Füll eine alte Socke mit getrockneter Katzenminze, in der nächsten Woche eine mit Baldrianwurzel, dann leg ihr ein Matatabi-Hölzchen hin. Viele Katzen, die auf Katzenminze kaum reagieren, antworten auf eine der anderen Pflanzen (Bol et al., 2017). Oder der reisende Weidenball: Mit einem Leckerchen darin geht er jede Nacht auf Reisen, mal auf die dritte Treppenstufe, mal in einen Hausschuh. Bald beginnt ihr Tag mit der Frage, wo er wohl gelandet ist.
Für die Betrachterin: Der Fensterfahrplan. Jedes Fenster zeigt zu einer anderen Stunde sein bestes Programm, das Ostfenster die Amseln am Morgen, das zur Straße das Kommen und Gehen am Nachmittag. Leg ihre Decke eine Woche lang nach diesem Fahrplan um und schau, wo sie am längsten bleibt. Oder das Museum der Woche: Jeden Sonntag liegt ein neues Ausstellungsstück auf einem Hocker in ihrer Sichtweite, eine Feder, ein Zweig Rosmarin, ein Stein vom Strand. Zähl die Tage, bis sie es aus der Nähe betrachtet.
Feingefühl: ein Zuhause, das ihre feinen Sinne achtet
Für die Feinfühlige: Der Hörspaziergang. Knie Dich in jedem Zimmer eine Minute lang auf ihre Ohrhöhe und lausche: das Summen des Kühlschranks, das Ticken der Heizung. Rück ihre Plätze vom lautesten Ton fort. Und das Vorzeichen: Bevor der Staubsauger anläuft, sagst Du ein leises, immer gleiches Wort, danach ein zweites, das „vorbei“ bedeutet, mit einem Leckerchen an ihrem Platz. So kündigt sich jede Veränderung an, und jede geht vorüber. Eine zweite, stille Wasserstelle fern vom Futter gehört dazu, zum Beispiel der erhöhte Wassernapf von Necoichi (Werbung).
Für die Gelassene: Der Pfotenpfad. Leg im Flur fünf Untergründe hintereinander, Korkuntersetzer, Frotteetuch, Wellpappe, Leinen, eine Kokosmatte, und an seinem Ende ein Leckerchen. Und das Besuchskärtchen für Gäste: „Bitte nicht hochheben. Hand anbieten und warten. Sie liebt die Federangel.“ So wird sie zur Gastgeberin.
Ausstrahlung: ein Reich, in dem ihr Ja und ihr Nein gehört werden
Für die Souveräne: Das Wangensiegel. Eine weiche Bürste auf Wangenhöhe an einer Türecke, die sie oft umrundet, und schon setzt sie im Vorbeigehen ihr Duftsiegel. Dazu ein Rundweg in der Höhe, an dessen höchstem Punkt jeden Morgen ein einzelnes Leckerchen wartet, wie ein Zoll, den ihr Reich ihr entrichtet. Ein schöner höchster Punkt ist der Catit Vesper High Base (Werbung).
Für die Sanftmütige: Die eigene Vorratskammer. An einem Ort, den nur sie nutzt, steht eine kleine Schale, in die Du jeden Abend still drei Leckerchen legst. Ein Schatz, um den sie nie bitten muss. Und die Katzenfrage: Biete ihr Deine Hand mit locker gekrümmten Fingern auf Nasenhöhe an und warte. Wenn Menschen Katzen die Wahl lassen und vor allem Kopf und Wangen streicheln, zeigen Katzen mehr freundliches Verhalten (Haywood et al., 2021).
Rhythmus: feste Anker für die eine, Überraschungen für die andere
Für die freie Seele: Die Beute der Woche. Jede Woche hat die Federangel einen anderen Charakter, eine Maus, die am Boden Haken schlägt, ein Vogel, der in Bögen fliegt, ein Käfer, der auf der Stelle zittert. Achte darauf, bei welchem Tier ihre Pupillen am weitesten werden. Fünf bis zehn Minuten Jagd mit einer Beute, die gefangen werden darf, genügten in einer Studie mit 355 Katzen, um ihr Jagdverhalten draußen deutlich zu verändern (Cecchetti et al., 2021). Die Da-Bird-Federangel (Werbung) surrt wie ein Vogel im Flug, und am Samstag darf der Würfel entscheiden, was gespielt wird.
Für die Hüterin der Rituale: Der Sonntagsbrauch. Eine Kleinigkeit gibt es nur am Sonntag, die Samtdecke auf der Fensterbank oder die lange Bürstenstunde. Und die Sonnenuhr ihrer Plätze: Trag eine Woche lang in einen kleinen Grundriss ein, wo sie morgens, mittags und abends liegt. Oft zeigt sich, dass sie dem Licht von Zimmer zu Zimmer folgt.
Zuneigung: Nähe in ihrer Sprache
Für die Anschmiegsame: Die Pinselstunde. Streich mit einer neuen, ganz weichen Zahnbürste in kurzen Zügen über Stirn, Wangen und Kinn, so wie einst die Zunge ihrer Mutter. Und das Echo: Antworte ihr in ihrem eigenen Takt, kurz auf kurz, lang gezogen auf lang gezogen. In einem Wahlversuch entschied sich die Hälfte der Katzen am liebsten für die Zeit mit einem Menschen, noch vor Futter und Spielzeug (Vitale Shreve et al., 2017).
Für die leise Vertraute: Der Abstand, den sie wählt. Stell ein Kissen nur für sie neben Deinen Lieblingsplatz, zuerst eine Armlänge entfernt, und rück es jede Woche eine Handbreit näher. Bleibt sie, freut sie sich; zieht sie um, kennst Du ihren liebsten Abstand. Dazu das langsame Blinzeln: Katzen erwidern es oft und nähern sich danach eher (Humphrey et al., 2020).
Für den Menschen an ihrer Seite
Kitty Language von Lili Chin (Amazon, Werbung) zeigt die Körpersprache der Katze in liebevollen Zeichnungen. Und Play With Your Cat! der Verhaltensforscherin Mikel Delgado (Amazon, Werbung) erzählt von der Kunst, so zu spielen, dass eine Katze sich als Jägerin fühlt. Beide auf Englisch, beide eine Freude.
Welche Idee ihr gefällt, weiß am Ende nur sie. Probier aus, was Dich anlächelt, und schau ihr zu. Manchmal liebt eine Katze gerade das, was niemand von ihr erwartet hätte.
Weiterlesen: Was das langsame Blinzeln wirklich sagt
Quellen
- Ellis, S. L. H. et al. (2013). AAFP and ISFM Feline Environmental Needs Guidelines. Journal of Feline Medicine and Surgery, 15(3), 219–230.
- Dantas, L. M. S. et al. (2016). Food puzzles for cats: feeding for physical and emotional wellbeing. Journal of Feline Medicine and Surgery, 18(9), 723–732.
- Haywood, C. et al. (2021). Providing humans with practical, best practice handling guidelines during human-cat interactions increases cats’ affiliative behaviour and reduces aggression and signs of conflict. Frontiers in Veterinary Science, 8, 714143.
- Cecchetti, M. et al. (2021). Provision of high meat content food and object play reduce predation of wild animals by domestic cats. Current Biology, 31(5), 1107–1111.
- Vitale Shreve, K. R. et al. (2017). Social interaction, food, scent or toys? A formal assessment of domestic pet and shelter cat preferences. Behavioural Processes, 141, 322–328.
- Bol, S. et al. (2017). Responsiveness of cats (Felidae) to silver vine (Actinidia polygama), Tatarian honeysuckle (Lonicera tatarica), valerian (Valeriana officinalis) and catnip (Nepeta cataria). BMC Veterinary Research, 13, 70.
- Humphrey, T. et al. (2020). The role of cat eye narrowing movements in cat–human communication. Scientific Reports, 10, 16503.
Allgemeine Information, keine tierärztliche Beratung. Die Katzenfotos auf dieser Seite sind mit KI erzeugt.